Mitte 2026 wird die Halle 7 auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei in Leipzig ganz neue, moderne Büro- und Arbeitsflächen aufweisen. Dafür wurden die maroden Zwischendecken des 1907 errichteten Gebäudes mit Liapor-Leichtbeton instand gesetzt. Der Baustoff punktet hier mit geringem Gewicht bei ausreichender Festigkeit, ließ sich aber auch problemlos über 100 Meter weit per Rohrleitung bis ins zweite Obergeschoss pumpen.

Die Zwischendecken fit für eine neue Nutzung zu machen, war eine der zentralen Herausforderungen bei der aktuellen Sanierung der Halle 7 auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei in Leipzig. Die Lösung: Liapor-Leichtbeton schuf die konstruktiven Voraussetzungen, um das Industriedenkmal in moderne Büroflächen und flexible Coworking-Spaces zu transformieren.

Diese befinden sich im Erdgeschoss sowie im ersten und zweiten Obergeschoss der Halle, die im Südwesten des rund sechs Hektar großen Geländes liegt. Das gesamte Areal hat sich seit den 1990er-Jahren zu einem bedeutenden Zentrum für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft entwickelt und beherbergt heute eine Vielzahl von Ateliers, Galerien, Ausstellungsflächen und Veranstaltungsräumen.

Geringes Gewicht bei hoher Stabilität

Für die neue Nutzung wurde das dreistöckige, 1907 errichtete Gebäude vorab statisch genau geprüft. Der Fokus lag dabei auf den Zwischendecken, die aus mit Schlacke gefüllten Betonschalen bestanden. „Die Untersuchungen zeigten, dass in den drei unteren Geschossen sich die Zwischendecken teilweise oberflächlich sanieren ließen, andererseits mussten ganze Deckenfelder aber auch komplett ausgebrochen und neu erstellt werden“, berichtet Architektin Teresa Baumann von der EGN Architekten GbR.

„Beim Neuaufbau der beschädigten Deckenbereiche entschied man sich für gefügedichten Liapor-Leichtbeton. Er ist besonders leicht, bietet gleichzeitig die erforderliche Stabilität und trägt so zur statischen Sicherheit im Gebäude bei.“ Für die Tragwerksplanung war die Henneker Zillinger Beratende Ingenieure Leipzig PartG mbB in Leipzig zuständig.

Pumpen ohne Aufschwimmen

Zwischen Mai und Dezember 2024 wurden insgesamt rund 350 Kubikmeter Liapor-Leichtbeton der Betongüte LC25/28D1.6 in die Halle 7 eingebracht, ausgeführt von der Rommel Bau GmbH in Dresden. Die Besonderheit: Der Liapor-Leichtbeton wurde mit einer mobilen Betonpumpe vom Typ Putzmeister M20 über 100 Meter weit vom Fahrmischer bis in das zweite Obergeschoss gepumpt.

Möglich machte dies zum einen die Verwendung einer 100 Millimeter dicken Stahlrohrleitung anstelle einer herkömmlichen Schlauchleitung, zum anderen aber auch die ausgeklügelte Betonzusammensetzung. „Durch chemische Zusätze stabilisierten wir die Mischung, sodass die Blähtonkugeln in der Zementmatrix nicht aufschwimmen konnten und das Material pumpfähig blieb“, erklärt Wolfgang Rübicke von der Schwenk Beton Anhalt GmbH, die mit Liapor die Rezeptur entwickelte sowie den Baustoff herstellte und lieferte.

Für die Förderung nutzte man das Equipment der BFU Betonförderunion GmbH & Co. KG in Schkopau.

Schichtstärke von 28 Zentimetern

„Der Eintrag des Baustoffs hat sehr gut geklappt“, so das Fazit von Teresa Baumann. Insgesamt wurden rund 2.200 Quadratmeter Bodenfläche mit Liapor-Leichtbeton neu erstellt. Die Schichtdicken liegen bei 28 Zentimetern, und nach 28 Tagen Erhärtungszeit erreichte der Baustoff seine notwendige Festigkeit. Auf den Liapor-Leichtbeton folgten eine vier Zentimeter starke Ortbeton-Lage mit statischer Scheibenwirkung, gefolgt von einer Gussasphalt-Schicht, einer Trittschalldämmung und dem oberen Abschluss in Form von Linoleum bzw. Fliesen.

Stand Februar 2026 sind noch die letzten Gewerke mit dem finalen Innenausbau beschäftigt, und ab Mitte des Jahres wird sich das einzigartige Baudenkmal der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei im Spannungsfeld zwischen Kunst und Industriearchitektur wieder mit neuem Leben füllen.

Liapor: europaweit für Blähton bekannt

Blähton der Marke Liapor wird in mehreren europäischen Ländern produziert. Der Vertrieb der Blähton-Kugel mit ihren vielen Vorteilen erfolgt im gesamten Europa. Per Lkw, Bahn und Schiff versorgt das Liapor-Werk in Pautzfeld bei Forchheim/Oberfranken überwiegend den deutschen Markt mit hochwertigem Blähton. Liapor verfügt über Verkaufsbüros in der Schweiz und in den Niederlanden. Zur Liapor-Gruppe gehört auch das einzige Blähtonwerk in Österreich, die Lias Österreich Ges mbH.

Mit einer Produktionsstätte in Fehring bei Graz hat sich das Unternehmen im Baustoffmarkt Österreichs hervorragend positioniert und beliefert verstärkt auch südosteuropäische Länder wie Ungarn, Slowenien, Bosnien-Herzogowina und Kroatien mit Blähton. Mit dem Werk in Vintirov bei Karlsbad (Nordböhmen/Tschechien) verfügt die Liapor-Gruppe noch über eine weitere Produktionsstätte.

https://www.liapor.com


 

Ähnliche Artikel